Die Geschichte

Die Geschichte von Rebellenblut beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit Wilhelm Maucher, der am 25.01.1903 in Alfter, einem kleinen Ort im Vorgebirge, geboren wurde. Wilhelm Maucher in jungen Jahren Als Sohn von Anton und Anna Maucher wuchs Wilhelm Maucher mit seinen fünf Geschwistern wohlbehütet in seinem Elternhaus in Alfter auf. Von klein auf lernte es bei seinem Vater, der erst eine Gärtnerei und später einen Ost- und Gemüsebetrieb führte. Mitte der 1920er Jahre erwarb Anton Maucher ein Stück Land auf dem sogenannten Heimatblick, um dort Erdbeeren anzubauen, was sich auf dem steinigen Boden jedoch als wenig ertragreich herausstellte. Aus diesem Grund stellt er auf Brombeerkulturen um. Da die Sorte „Theodor Reimers“ relativ anspruchslos war, entschied er sich für diese. Die Sorte ist sehr saftig, süß und aromatisch. Ein Glücksgriff, denn sie bietet die Grundlage für das spätere Rebellenblut.

Das erste prägende Erlebnis war für Wilhelm Maucher der Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914, wo sich seine rebellische Haltung gegen Krieg und Militarismus zu entwickeln begann. Nach Beendigung des Krieges begann die Inflation, die dafür sorgte, dass es den deutschen Bauern im Jahre 1949 sehr schlecht ging und sich viele stark verschuldeten. Auch Wilhelm Maucher gehörte dazu. Die Märkte waren mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen übersättigt, da der amtierende Bundeskanzler Adenauer die Produkte aus dem Ausland billiger importierte.

Im Hinblick auf diese, aus Mauchers Sicht, bauernfeindliche Politik, gründete Wilhelm Maucher zusammen mit anderen Bauern aus Alfter den „Notwehrausschuss der Obst- und Gemüsebauern vom Vorgebirge“. Sie hielten Protestversammlungen ab, bei denen sie ihren Protest gegen die fallende Bauernpolitik kundgaben. Ihre Botschaft verbreitete sich durch die anwesende Presse in der Bundesrepublik und auch Bauern in anderen Bundesländern rebellierten gegen diese Politik. Es kam schließlich zu einer Aussprache des Ausschusses mit dem damaligen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, der sofortige Hilfe zusagte und diese auch einhielt. Ein Tipp von Ludwig Erhard, den Zwischenhandel zu umgehen und die produzierten Güter direkt an den Verbraucher zu veräußern, brachte Maucher auf die Idee, aus von ihm angebauten und überschüssigen Brombeeren einen Wein herzustellen, den er direkt an die Konsumenten verkaufen kann. „Ein Winzermeister […] lehrte mich damals das Herstellen von Brombeerwein, und ich wurde mit 50 Jahren noch einmal ein Winzerlehrling.“ . Da ihm die erfolgreiche Herstellung des Weins gelang, gründete er 1953 die Marke Rebellenblut. Der Name beruht auf dem Spitznamen Mauchers „Rebell der Bauern“/“Rebell vom Vorgebirge“, der ihm durch die Presse während des Kampfes für die Rechte der Bauern verliehen wurde, und der natürlichen blutroten Färbung des Brombeerweins.

Rebellenblut wurde zu seiner besten Zeit in die ganze Republik geliefert. Der wichtigste und werbeträchtigste Absatzpartner war jedoch das Hotel „Heimatblick“. Es wurde in den frühen 70ern zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region und die Besitzer, Familie Kempf, die selbst Brombeeren anbauten und sie an Wilhelm Maucher verkauften, hatten ein großes Interesse daran, den Brombeerwein in ihrem Lokal anzubieten.

Sein absolutes Hoch hatte das Rebellenblut Ende der 70er Jahre. Dadurch, dass die Globalisierung durch die beiden Weltkriege wieder zurückgeworfen wurde, gab es kein großes internationales Produktsortiment, gegen das Rebellenblut sich behaupten musste, wie es heute der Fall ist. Anfang der 80er Jahre kam das Produkt „Rebellenblut, trocken“ ins Sortiment. Das Produkt in seiner ursprünglichen fruchtigen Form war zu dieser Zeit sehr beliebt in der Gegend, konnte aber aufgrund des hohen Zuckergehalts von Menschen mit Diabetes nicht konsumiert werden. Aus diesem Grund entstand der trockene Brombeerwein, bei dem der Zuckergehalt deutlich reduziert wurde.